Habsburg im Youtube:
Schloss Habsburg
 
Die Habsburg ist der namengebende Stammsitz der Habsburger Dynastie, die in der frühen Neuzeit über ein Weltreich herrschte, das neben europäischen Ländern auch Kolonien in Afrika, Asien und Amerika umfasste. Zu dieser Zeit, der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, befanden sich die Habsburg und die Aargauischen Stammlande bereits seit mehr als einem Jahrhundert fest in eidgenössischem Besitz. Die Habsburg, um 1020/1030 gegründet, stellt somit ein Geschichts- und Baudenkmal der frühen Habsburger dar.

Als "Stammvater" der Habsburger nennt man Guntram den Reichen, der möglicherweise mit einem 952 bezeugten Grafen gleichen Namens im Elsass identisch ist. Trifft dies zu, so stammen die Habsburger von der fränkischen Herzogenfamilie der Etichonen ab.

Guntram der Reiche oder sein Sohn Kanzelin von Altenburg erwarb im Aargau das heutige Eigenamt. Zu umfangreichem Grundbesitz kam Kanzelin von Altenbrug in Muri durch Missbrauch der Schirmherrschaft über eine lokal begüterte Adelsfamilie und durch die gewaltsame Vertrei-bung freier Bauern. Das begangene Unrecht und die Fehde, die zwischen Radbot und Rudolf, den Söhnen Kanzelins, um den Besitz von Muri ausbrach, führte 1027 als Sühneakt zur Gründung des Klosters Muri, einer Stiftung von Radbot und seiner Gattin Ita von Lothringen. Durch die Klostergründung konnte sich Radbot seine Ansprüche auf Muri über die Klostervogtei sichern; zugleich gewann er die Unterstützung kirchlicher Würdenträger, mit deren Hilfe der Streit zwischen den verfeindeten Brüdern beigelegt werden konnte.

Im Zuge der Herrschaftsbildung und nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit der Klosterstiftung in Muri wurde auf dem Wülpelsberg im Eigenamt um 1020/30 die Habsburg errichtet. Frühere chronikalische Überlieferungen erwähnen als Erbauer der Habsburg Radbot und seinen Verwandten Bischof Werner von Strassburg. Nach dem Tode Radbots und seines Bruders Rudolf, fiel das gesamte Erbe an Radbots Sohn Werner I.

Otto II., der Sohn Werners I., nannte sich um 1100 als Erster der Familie Graf von Habsburg. Im Aargau noch im Schatten mächtiger Dynastien stehend, profitierten die Habsburger 1173 vom Aussterben der Lenzburger. 1108 nannte sich das Geschlecht erstmals von Habsburg. 1273 wurde Graf Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt.

Das Schloss eignete sich aus geographischen Gründen nicht als Sitz. Graf Rudolf weilte nur einmal (im Jahr 1256) auf der Habsburg. Nach dem glänzenden Aufstieg des Habsburgergeschlechts war die Habsburg spätestens von der Mitte des 13. Jahrhunderts an als Residenz nicht mehr geeignet. In der Folge erhielten Dienstleute das Schloss als Lehen. Es wechselte des öfteren die Hand, bis es 1804, nach fast 300jähriger Zugehörigkeit zum Kanton Bern, vom jungen Kanton Aargau erworben wurde.

Nach jahrhundertelanger Vernachlässigung wurde die Habsburg durch den Kanton Aargau in verschiedenen Malen renoviert. Ende des letzten Jahrhunderts fand die heutige eigene Dorf-wirtschaft im Schlosse Eingang.